Daos Lied von d’r Ruhl

Eas giet nuir ea Ruhl in d’r Wealt.
So Neaster bie Etterweengen,
die sain ju üwweraol mannelswies
in dütschen Rich zu feengen.
Aowwer bie sich au änner steallt,
hea feengt nuir ei Ruhl in d’r Wealt.

Eas giet au nuir ei Rühler Spraoch.
Eas lernt se au kei Frömmer;
unn bann hea Joihr unn Taogk studiert,
hea machts nuir ümmer dümmer.
Drömm bie sich au ea Frömmer steallt,
eas learnt se känner in d’r Wealt.

Au giet’s kei Rühler Meachen mähn,
so knapp und preachtich Deenger,.
Boas machen se nett bäi’n Taanz förr Spröng!
Baos tunn se nett förr Seenger!
Unn bie sich au ea Börschchen steallt,
hea feengt so keine in d’r Wealt.

Dröm kommen se au von wiet unn breit
in unse Ruhl gelaoufen,
unn gloatzen unn horchen unn schnüffeln earömm,
unn freassen von unsen Raoufen.
Noach schwerrn se, sain se loas örr Geald,
eas giet nuir ei Ruhl in d’r Wealt.


(Ruhlaer Heimatdichter Ludwig Storch, um 1865)

Last Updated on 17. November 2022 by Deputy