Spaß muß auch mal sein

Für trübe und frohe Zeiten: Unterhaltsames, Erbauliches und Lustiges von früher und heute; von Rühlern und auch Frömmen: Gedichte, Späße, Ratschläge, Flüche, Witze, Nicht-Jugendfreies und noch vieles mehr
So was gab’s wirklich NUR früher – nicht wahr?
Die Schwiegermutter und das Krokodil 😉
Feiner Spaß in ernster Zeit! Durchaus lesenwerte und ausnahmsweise lustige Propaganda in den schweren Zeiten des Ersten Weltkrieges: Fiktive Soldatenbriefe von Iwan Kosak gefangenes, in die Heimat an Braut Maruska gelibbtes, Pope altes versoffenes cheiliges, Kathinka-Tante verrücktes, Väterchen Chausbesitzer gieriges, Cäsar Chundevieh nach Priegel lechzendes, Echslens Väterchen Kriexminißter russisches und weitere.
Und vor allem: “Fressen hier ist sich sähr gutt!!”
Humor ist, wenn man trotzdem lacht: Soldatensprache aus der Zeit des 1. Weltkrieges
Die weltbekannte Geschichte über den braven Soldaten
Lehrreiches und auch Lustiges über die Folgen des “Weines und Brandteweines” –
Einige Streitschriften aus alten Zeiten zum Thema Trunkenheit und seiner verderblichen Folgen.
Aus alten Zeiten: Lustiges und Lehrreiches über die Folgen des Weines
Ein Traktat von 1631 über die “Risiken und Nebenwirkungen” des Weines, warnenden Exempeln und der für die Weinfreunde zu erwartenden Strafe Gottes
“Eines berühmten Medici Untersuchung vom Brauch und Mißbrauch des Weins und Brandteweins” nebst Behandlung diverser “curieuser Fragen” aus dem Jahre 1737
Eine der frühesten Ausgaben des Straßburger Ausgabe des Volksbuches von Till Eulenspiegel.
Für Spießer und Zartbesaitete war das Buch schon damals nicht so die richtige standesgemäße Lektüre und wurde daher all die Jahrhunderte gekürzt und sprachlich redigiert. Hier gibt es dies jedoch nicht und das Werk erscheint auch (fast) so, wie es damals im Jahre 1510 in Straßburg veröffentlicht wurde.
Anmerkung: Die damalige Frakturschrift und das Layout ist für die heutige Zeit recht gewöhnungsbedürftig und wurde daher von Autor dieser Webseite leicht angepaßt und in neuerem Fraktur-Schriftsatz veröffentlicht. Viel Spaß beim Lesen!

Quelle des Textes und der Illustrationen: www.wikimedia.org
Eine etwas spätere Ausgaben des Volksbuches von Till Eulenspiegel im damaligen Original. Für Spießer und Zartbesaitete war das Buch schon damals nicht so die richtige standesgemäße Lektüre und wurde daher all die Jahrhunderte gekürzt und sprachlich redigiert. Hier gibt es dies jedoch nicht und das Werk erscheint auch (fast) so, wie es damals etwa im Jahre 1580 veröffentlicht wurde.
Wo Till Eulenspiegel auftaucht, sind die Schildbürger nicht weit! Hier zeigen wir eine frühe Originalausgabe des Lalenbuches (auch als Schildbürgerbuch bekannt) in 45 Kapiteln. Das Werk an sich dürfte allgemein bekannt sein. Weniger verbreitet und bekannt sind jedoch die jahrhundertealten Ausgaben in der originalen Fassung und damaligen, durchaus derben, Sprache, zu denen die hier aufgezeigte, illustrierte Ausgabe aus dem Jahre 1839 gehört.
Das Faustmotiv taucht seit der Renaissance in verschiedenen literarischen Erscheinungen und Ausgaben auf. Hier haben wir vier repräsentative Werke faksimiliert und für den geneigten Leser veröffentlicht. Auf die beiden Faust-Bände des berühmtesten und bekanntesten deutschen Dichters haben wir hier allerdings verzichtet, da diese, so meinen wir, zum allgemeinen Kulturgut gehören und in jeder Buchhandlung probremlos bezogen werden kann.
Quelle der Texte: www.wikimedia.org
Vom “Glücks- und Unglückshafen frommer und böser, nützlicher oder schädlicher Männer und Weiber”
Über Fromme, Versoffene, Faule, Fette, Verschwenderische, Geschwätzige, Mürrische, Xanthippen und noch viele mehr 😉
Man sieht: Geteiltes Leid ist halbes Leid: Früher ging es unter den Leuten auch nicht viel anders zu, als heutezutage!
Eine durchaus bibliophile Rarität: ein Faksimile der höchst seltenen und unzensierten Erstausgabe des hochinteressanten, nicht nur in Deutschland im Laufe der Zeit vielfach auf den Index gesetzten, ungeachtet dessen in Millionenhöhe erschienen und immer wieder neu aufgelegten und auch heute noch heute sehr umstrittenen “Pfaffenspiegels” von Otto von Corvin aus dem Jahre 1845. Viele der damaligen Aussagen mögen auch heute noch bewahrheitet sein und auf die heutige Zeit zutreffen. Sicherlich ist es kein durchgängig historisch überprüfbares Werk -aber der geneigte und kritische Leser möge sich seine eigene Meinung und Wertung bilden!
Was in dem unten stehenden Werk beschrieben und was wirklich geschehen ist und was mehr dichterischer Freiheit und Phantasie entsprungen geschuldet ist, mag hier dahin gestellt sein. 😉
Etwa zwei Drittel der hier geschilderten Ereignisse hat es aber tatsächlich gegeben – und dies betrifft hier nur die abenteuerlichen Geschehnisse. Die im seinerzeitigen gesellschaftlichen Umfeld beschriebenen Umstände und Zustände waren zum allergrößten Teil erlebte und gelebte Praxis.
Viel Spaß beim Lesen und vielleicht auch Erinnern an die damaligen Zeiten!
In einem 28 Jahre überspannenden Zeitkorridor von Mauerbau bis zur Wende erfährt der Leser die Lebensgeschichte eines Jungen, der in der DDR geboren wird und dort aufwächst.

Ein namenloser und allwissender Erzähler, das ‘alter ego’ des Haupthelden, überwacht die gesamte Handlung und fügt Erläuterungen und Kommentare in oftmals humoristisch-sarkastischer, zuweilen auch bissiger, sentimentaler oder erotisierender Form ein.

Einmalige Käuze und Sonderlinge bevölkern das Geschehen und tragen zu hanebüchenen, aber immer realen und nachvollziehbaren Erlebnissen bei.

Ronald, der Hauptheld, wächst in bildungsbürgerlichen, zuweilen kleinkariert und humorlos geprägten, sterilen Verhältnissen auf. Seine Eltern und Großeltern sind weitgehend antikommunistisch eingestellt, gelten jedoch nach außen als durchweg staatstragend und loyal, außer dem überzeugt royalistischen Großvater, der aus seiner Abneigung gegenüber dem SED-Staat, auch in Kleinigkeiten, kein Hehl macht. Der Held erlebt Höhen, Tiefen und Ungerechtigkeiten, aber auch Freude, Erfolgserlebnisse, später Liebe und sexuelle Erfüllung. Seine Handlungen erfolgen zuweilen hart an der Grenze der DDR-Legalität, verbleiben aber zumeist ohne bleibende Folgen. Enge und Beschränktheit entflieht er durch waghalsige, zum Teil abenteuerlich-kuriose Taten und Streiche.

Übersprudelnde Bejahung zum Leben, Sehnsucht nach Wärme und Geborgenheit; Lebensfreude und später auch sexuelle Leidenschaft zeichnen sein Ego aus. Er ist universell gebildet und – erstaunlich vor dem Hintergrund des dem Kommerz abholden Elternhauses – durchaus geschäftstüchtig und clever. Zuweilen wirkt er wie ein moderner Till Eulenspiegel oder auch Josef Schwejk. Im Inneren ist auch er Antikommunist und präferiert unausgesprochen die Bundesrepublik und den american way of life.

Die widersprüchliche Erziehung in der kleinen Welt seiner Familie und der Schule reflektiert die Ambivalenz der großen Welt des Ost-West-Konfliktes und der mittleren Welt; der Gesellschaft in der DDR. Der Hauptheld erlebt einen kurzen Zeitabschnitt vor seinem Schuleintritt, dann Schule, NVA, Studium und berufliche Tätigkeit in der Praxis bis hin zur Öffnung der Berliner Mauer. Seine primären Gegenspieler sind außer der Großmutter und Matthias abwechselnd sämtliche Familienmitglieder, später auch sein Vorgesetzter bei der NVA, sein Studentendirektor und verbohrte Funktionäre in SED und Jugendorganisation.

Der Hauptheld wird anfangs weitgehend von Kontakten zu Gleichaltrigen abgeschirmt und die wenigen genehmigten Freundschaften werden lückenlos überwacht. Zuweilen werden ihm kuriose und von der Zeit längst überholte Verhaltensweisen aufgenötigt. Mangels sozialer Alternativen interessiert er sich frühzeitig für Naturwissenschaften, Technik, Geographie, Geschichte und alles was damit zusammenhängt. Autodidaktisch erwirbt er ein breites fachliches Wissen. Obwohl weitestgehend intolerant, was Schule und Lehrerberuf betrifft, interessiert der Vater den Helden auch für Werke von Karl May und weiterer unerwünschter Autoren, die dieser sich dann ebenfalls beschafft und geradezu verschlingt. Großes Konfliktpotential mit seiner linientreuen und westfernseh-abstinenten Klassenlehrerin. Politisch-ideologische Bildung und Unterhaltung bezieht die Familie fast ausschließlich durch die elektronischen Medien des sogenannten Klassenfeindes.

Das Interesse für Karl May wird zum Initialzünder für die Verinnerlichung weiterer Autoren, die der Klassenlehrerin gleichfalls suspekt und in der DDR zum Teil unerwünscht, teilweise auch verboten sind. Vorwiegend zeigt er Interesse für Jules Verne, Hermann Oberth, Wernher von Braun, Hans Dominik, aber auch westliche Kinoverfilmungen und das Westfernsehen; vorzugsweise die Liveübertragungen der amerikanischen Mondlandungen, diverse Abenteuer- und Agentenfilme, Musiksendungen und die Augsburger Puppenkiste.

Später erwacht sein Interesse an chemischen Versuchen und verbotenen Kommunikationseinrichtungen. Durchführung von haarsträubenden und lebensgefährlichen Experimenten. Humorvolle Schilderung von spektakulären Vorgängen, und damit verbundenen politisch fragwürdigen, aber monetär durchschlagender Geschäftsideen.

Zwischenzeitlich erlebt er einen moralischen Tiefpunkt nach dem Tod der Großmutter. Bedingt durch unverstandene pubertäre Probleme, eskalieren innerfamiliäre Konflikte, die zu grotesken Situationen und Auseinandersetzungen führen.

Wildes Jugendleben, das zu weiteren hanebüchenen Konflikten mit seinen Eltern und Geschwistern führt. Beschreibung von Saufgelagen und filmreifen Kneipenschlägereien. Dann folgt ein Ausflug in die Zeit der ‘vormilitärischen Ausbildung’, wo im GST-Lager allerhand Allotria getrieben wird sowie eine Beschreibung der ersten sexuellen Erfahrungen im Ferienlager und Showdown beim Schulabschluß.

Anschließende Beschreibung der Ausbildung zum Luftwaffen-Unteroffizier und der für die nächsten drei Jahre von ihm zu betreuenden Technik. Teilweise anklingende, ironische Begeisterung, die aber durchaus positiv gemeint ist.
Beförderung zum Unteroffizier, Versetzung in die Truppe und Beschreibung der NVA-Tristesse. Lichtblick: abendliche Besuche in einer verräucherten Kneipe, deren Wirt ein heimlicher Freund des Westfernsehens ist und am Abend wohlbekannte Bandaufnahmen der ZDF-Hitparade abspielt.
Dann Versetzung in die ‘Saufkompanie’ der Luftwaffe, in eine fröhliche, leicht verlotterte Gruppe, die immer Durst hat, aber auch über mehr als ausreichend Alkohol auf ihrer millionenteuren Super-High-Technik verfügt, mit der man sogar dem Empfang des Westfernsehens forcieren kann.
Zuweisung eines unsicheren, unfähigen Vorgesetzten, der ihm mehrere Tage Arrest einträgt, ihn beim Kommandeur der Sabotage verdächtigt und fast in den Gewahrsam der Stasi treibt. Mehrere hochoffizielle Besuche des DDR-Verteidigungsministers, die jedesmal mit komaverdächtigen Saufgelagen und tagelangem Allotria verbunden sind.

Humorvolle Beschreibung des lustigen Studentenlebens, von alkoholische Exzessen und Ausleben von sexuellen Freuden und Begierden. Gesellschaftliche Arbeit bei Ausgestaltung von unglaublichen Karnevalsveranstaltungen und regelmäßigen Diskotheken, zuweilen mit Abspielen von verbotenen westdeutschen Schlagersängern. Ein Feuerwerk von Späßen, Streichen und Beschreibung sexueller Ausschweifungen folgt. Es wird gelacht, geliebt und gefeiert bis zum Showdown, der zur Exmatrikulation von drei Hauptmissetätern, so auch des Protagonisten führt. Dann interimistische Arbeit als Hilfskraft im örtlichen Kabelwerk einschließlich der Beschreibung eines geradezu unglaublichen Schnapsladens und der mehr als ungewöhnlichen Versuche, an dessen Ware zu gelangen.

Wieder in seine Heimat zurückgekehrt, entwickelt der Hauptheld landesweit einzusetzende Berichts-Manipulations-Software und wird dabei von führenden Entscheidungträgern im Ostberliner Staatsapparat protegiert. Er setzt sich gegen seine ministeriell bevorzugten hauptstädtischen Konkurrenten durch. Nebenbei interessante Insider-Einblicke in die seinerzeit gängige Praxis der Bevorzugung von Angehörigen der gehätschelten “Arbeiterklasse”. Sarkastische Darstellung der verlogenen DDR-Berichterstattung und Bewältigung durch den Haupthelden selbst. Dann Konflikte mit unbelehrbar-indoktrinierten Partei- und Jugendfunktionären vor dem Hintergrund von Glasnost und Perestrojka und der schleichenden Erosion der politisch-ideologischen und materiellen Basis.

Produktion einer ganzen Badewanne voll – seinerzeit verbotenen – Pornobildern mit einem promovierten Raubkopisten und Abwicklung von moralisch anrüchigen Geschäften mit SED-Funktionären.

Ideologie-Showdown im örtlichen Intershop und vor den Toren der Gethsemane-Kirche in Ostberlin im Oktober des Wendejahres.

Seine Aktivitäten schließen mit der Verkündigung der Grenzöffnung, die der Protagonist nur zum Teil wahrnimmt und einem Ausblick in die Nachwendezeit und Andeutung der Gegenwart. Mit einer optimistischen Zukunftshoffnung und Wünsche an spätere Generationen beschliesst der namenlose Erzähler das Werk.

Anmerkung: Integraler Bestandteil des Werkes ist ein Glossar, dessen sarkastisch-ironische Formulierungen sich erst nach Kenntnis der Handlungen vollständig erschließen, gleichwohl beim ersten Lesen eine Ahnung über die Geschehnisse vermitteln. Als stilistisches Mittel, als ‘Eyecatcher’ werden die Ankündigungen der zwölf Kapitel, hier ‘Buch’ genannt, in Frakturschrift ausgewiesen und lehnen sich an die Ausdrucksweise der ersten Ausgaben des ‘Till Ulenspiegel’ oder dem Schildbürger-‘Lalebuch’ an.

Die teilweise sehr deutliche und drastische Sprache des alter ego und der Protagonisten dienen gleichfalls als stilistisches Mittel.
WEIL’S BEIM UND IM LOTTERBETT SO SCHÖN WAR!

DIE HAUPTFIGUREN

Blauer Würger:
Flaschengeist. Ost-Verwandter von Johnny Walker, Remy Martin & Co. Landsmann von Kumpeltod. Guter Freund der meisten hier beschriebenen Studenten. Wohnt in blau ettikettierten Null-Acht-Fuffzehn-Flaschen.
Billig und mit niederschmetternder Wirkung. Verursachte am Morgen danach tierischen Kater; ließ sich am besten mit sich selbst bekämpfen. Für chronisch blanke Studenten der Rettungsanker für preiswerte Dröhnungen. Bei Vorlage von fünfzig Original-Etiketten bei der Krankenkasse auch Gestellung eines kostenlosen Blindenhundes.

Dieter:
Kongenialer Counterpart von Ronald. Etwa so alt wie dieser. Zuweilen recht faul in der Schule. Kreatives Ausnahmetalent bei Vorbereitung und Ausführung haarsträubender chemischer und physikalischer Experimente und Verbreitung flankierender Gerüchte. Geldscheffelnder Raubkopist und Mit-Produzent von Beatbildern, der legendären Patentbrühe und Mit-Monopolist bei Herstellung und Vertrieb der spickzetteloptimierten dynamischen Geheimtinte. Schwarzsenderbastler.
Hat zwar auch noch alle Finger, zieht sich aber heute noch Glassplitter vom Knallsilber-Experiment aus den Händen und hat zwei neu gewachsene Trommelfelle.

Großvater:
Beamter vom alten Schlag und Monarchist. Rocker in den Roaring Twenties. Hat alle Zeit der Welt, ist trotzdem Pünktlichkeitsfanatiker. Trägt Sommer wie Winter die gleiche Kleidung; ab und zu auch schwarzen Ledermantel. Lebt alkohol- und ostfernseh-abstinent. Pocht bei Ronald auf Einhaltung der von ihm festgelegten Unterhosen-Anzugsordnung und fordert Mitführung von Regenpelerinen bei blauem Himmel und Sonnenschein. Erfinder des von Großmutter geblockten Unterhosen-Hosenträgers. Freund der guten alten Obrigkeit und städtischen Elite. Ist unmusikalisch und lehnt Theater-, Kino- und Diskobesuche ab. Gegner von langer-unterhosen-freier Kleidung, langen Haaren bei männliche Jugendlichen und fremdsprachigen Gesangesdarbietungen im Fernsehen. Haßt SED-Bonzen, Schirme bei Männern und Campingbeutel. Im freiwilligen Nebenberuf Bodyguard, läuft Ronald ständig hinterher und kontrolliert sein Tun; glaubt alles zu wissen, entdeckt aber beileibe nicht alles. Fordert täglichen Rapport über das Schul-Geschehen von Ronald ein und hat unglaubliche Ausdauer bei der Zensurenauswertung.

Ines:
Knapp zwanzig. Blond. Sexbombe zum Quadrat. Engelsgleiche Erscheinung in Jeans, Minirock und Cowboystiefeln. Altorientalistik-Studentin, hochintelligent, mit Idealmaßen und Oberweite XXL+. Liebt langen, gefühlvollen, aber auch harten Sex in Verbindung mit Oralkomponente und bringt Ronald vollkommen um Sinn und Verstand. Scheint seine Zuneigung zu erwidern, muß ihn jedoch verlassen.

Jochen:

Jüngster Bruder von Ronald. Mutters Liebling und Nesthäkchen. Quälgeist und Denunziationsgenie. Gewinnt im interfamiliären Rechtsstreit und Verteilungskampf mit Ronald und Matthias aufgrund exzellenter Beziehungen zur Judikative (Mutter) und Exekutive (auch Mutter) fast immer. Hat anfangs exorbitanten Ermessensspielraum über das Eigentum der älteren Geschwister und fast immer großen Appetit! Vor allem auf das, was die Geschwister gerade haben. Zuweilen oberste Instanz bei Fernsehgenehmigungen für Ronald. Verirrt sich an der Ostsee, wirft Teegläser um und Fensterscheiben ein und wird daraufhin von Ronald ernsthaft körperlich verwarnt. Stiehlt später Ronald regelmäßig und ungestraft das Essen vom Mund weg, verlangt zusätzlich von seiner Rechtsbeihilfe die Anordnung einer Getränke-Zwangsabgabe von Ronald und wird daraufhin Opfer einer Rache-Intrige von selbigem, infolge derer er vom Vater verprügelt wird.

Kalle:
Bester Penne-Klassenkamerad von Ronald. Fröhlich und immer durstig. Boykottiert schmierenkömödiantische Theaterspiele. Intimfeind von Thomas.

Lotterbett:
Wird zwar nicht näher beschrieben, kann aber nur im Zimmer 235 der Studentenbude im Gluckhausener Studentenwohnheim stehen. Ist ein Gleichnis und Synonym für Freude, lebensbejahende Freiheit, Ungezwungenheit und Ausbruch aus verstaubten und spießigen Konventionen, oberlehrerhafter Schulmeisterei und Tristesse.

Mutter:
Lehrerin mit Leib und Seele. Häusliche Beschwerde-Instanz, Rechtsbeihilfe und exekutive Gewalt von Matthias und Jochen. Betreibt eiserne Gleichmacherei von Ronald, Matthias und Jochen auf dem kleinsten gemeinsamen Vielfachen des Jüngsten (Jochen). Meist schwer gestreßt, ist fast immer in Eile, hat aber immer Zeit für Schule und Beruf und gilt dort als freundlich, nett und verständig. Außer zu Hause, wo sofort nach Betreten der Wohnung die Zeitnot zuschlägt und der Familienmodus greift! Betrachtet, genau wie der Vater, die Schule als unangreifbare, sakrosankte Institution und sich selbst als nicht kritisierbare Familien-Oberlehrerin und -Bestrafungsinstanz. Kann die kleinsten Vorfälle stundenlang in ohrenbetäubender Lautstärke und pausenlos auswerten und betrachtet jede Handlung, speziell von Ronald unter dem Blickwinkel möglicher Blamagen bei Kollegen und Nachbarn. Glaubt, dass Ronalds Mathematik-Drei auf dem Zeugnis zum tagelangen Hauptgesprächsthema im Ort mutiert und hält seine Kopfschuppen für Hirngespinste. Außerordentlich sparsam, dreht Heizungen auch da ab, wo es keinen Sinn macht.

Matthias:
Jüngerer Bruder von Ronald. Jedem Unfug gegenüber positiv aufgeschlossen. Rülpsender Furz-Provokateur an der Ostsee. Zofft sich zuweilen mit Ronald und Jochen. Bekommt fast immer von Mutter Recht; außer beim Zoffen mit Jochen. Bekommt Clownsfrisur von Motzke-Figaro verpaßt und versucht daraufhin Stahlkappenschuh-Racheattacke gegen denselbigen. Kommt aufgrund Vaters Intervention nicht zum Zuge.

Ronald:
Auch Brennoli aufgrund seines Durstes genannt. Zur Wende im bestem jugendlichen Mannesalter, groß, schlank und blond. Hauptprotagonist des vorliegenden Buches. Schüler, Unteroffizier, Student, Diskotheker, Hilfsmonteur und Ingenieur. Hochgebildet, prahlt zuweilen mit seinem Wissen. Wird von Vater und Mutter auf schulische Höchstleistungen getrimmt. Zeitweilig in seinen persönlichen Freiheiten gedeckelt, um Jochen und Matthias nicht zurückzusetzen. Hochkreativer Schwarzsender- und Elektrisiermaschinenbastler und Erfinder diverser Wundermittel bei chemischen Experimenten. Gerüchtefabrikant, Raubkopist und geldscheffelnder Produzent von Beatbildern, Knallfröschen, der legendären Patentbrühe und feuerspeienden Wärmflasche. Monopolist im Vertrieb der spickzetteloptimierten dynamischen Geheimtinte. Ist Intimfeind von Thomas und guter Freund aller Ewig-Durstigen außer Lemmi. Verballhornt sakrosankte DDR-Pionierlieder und kennt unflätige Balladen von vorn bis hinten. Liest zu DDR-Pioniernachmittagen Karl May, Hans Dominik und Jules Verne und besucht klassenlehrerverhaßte Hollywoodfilme. Ist Dauerkonsument vom Westfernsehen. Dort von Mondlandungen und angeblich kriegsverherrlichenden amerikanischen Agentenfilmen, Western und westdeutschen Marionettenspielen fasziniert. Treibt Allotria, wo er geht und steht, vor allem mit Dieter; zofft sich regelmäßig mit Jochen, verliert hier jedoch meistens.
Ist als Luftwaffen-Unteroffizier der NVA zeitweilig Chef der alle kapitalistischen Flugzeuge findenden Wackelfotze und dankbarer Abnehmer von russischen Elektronikputzmitteln zum Zwecke der Berauschung. Ist auch Entdecker nie existierender Flugzeuge. Sitzt deswegen einige Tage im Knast, was ihm jedoch gut bekommt. Im Studentenwohnheim Diskotheker mit einem alle Bedürfnisse befriedigenden Musikrepertoire, außer Osttiteln. Besitzer der bei allen Feiern und Orgien unentbehrlichen Krachmaschine, die selbst den Kakerlaken das Ohrensausen beibringt. Hat sich in Ines verknallt. Liebt Sex über alles, vor allem oral. War bei dieser Gelegenheit schon mal im Himmel, hat dabei den lieben Gott gesehen und betätigt sich später einmal als Voyeur. Hat Sondergenehmigung zum nächtlichen Schnaps-Einkauf bei Onkel Tom. Wohnt gerüchteweise im Knallkasten und manchmal auch im Zimmer 235. Gewinnt fast jedes Quiz bei Hochschulfestspielen. Mitglied im Gespensterklub! Wird als abschreckendes Beispiel von Lemmi geext, ist danach für ein Jahr Hilfsmonteur im örtlichen Kabelwerk. Darf später mit Reisegruppen aus kapitalistischen Ländern über die vermeintlichen Vorzüge des Sozialismus diskutieren. Ist SED- und FDJ-Leitungsmitglied im Kombinat, mag Gorbatschow, kommt zuweilen ohne Pflichtbekleidung zu FDJ-Sitzungen und zofft sich mit Funktionären. Später dann Entwickler von landesweit einzusetzender CAF/CAM-Taschenvollhau-Software. Wird dabei von führendem Ostberliner Entscheidungsträger protegiert. Produziert gemeinsam mit promoviertem Raubkopisten ganze Badewannen voll Pornobilder und tauscht mit SED-Bonzen Ost-PC-kompatible Pornobilder und -disketten aus. Hat erstaunlicherweise noch alle Finger an den Händen, wenngleich ziemlich schnitt- und brandwundenverziert.

Thomas:
Klassenlehrerins Liebling. Schleimtechnisches Genie und Verteidiger schmierenkömödiantischer Spielchen. Im GST-Lager körperlich verwarnter Intimfeind von Ronald und Kalle.

Vater:
Lehrer mit Leib und Seele. Hält die Schule für absolut sakrosankte Institution und Lehrer per se für kritikfreie und ausnahmlos gehorsamszustehende Personen. Workoholic in Schule und Beruf. Beliebt, nett und verständig zu Schülern und Fremden. Außer zu Hause, wo er sich gern als Oberlehrer und Familientyrann produziert. Obrigkeitshörig und humorresistent. Weiß alles, kennt alles, kann alles, hält sich für unantastbar und unfehlbar, weil Lehrer. Vergehen und Streiche seiner Kinder in der Schule, ganz gleich, welcher Art, werden unnachsichtig und unverzüglich bestraft. Ist guter Freund vom Schulrat, hat aber selber von Johannes und Frieda unerwünschte Lehrer und Parteisekretäre zum Freund. Hat beispielsweise nie eine Kaserne von innen gesehen, glaubt aber, das Soldatenleben bis in die letzte Instanz zu kennen, da mittlerweile hohe Offiziere – so den vermeintlichen Majoroberst – als Schüler gehabt und zuweilen Smalltalk mit selbigen über das Armeeleben geführt.
Praktiziert innerfamiliäre Erziehung, speziell von Ronald, auf schwäbisch: Ignorieren guter; unnachsichtiges Bestrafen schlechter Leistung. Absolutes Unverständnis gegenüber Kritiken an Berufskollegen, der Schule, sich selbst oder beim Fahren von Mopeds ohne Auspuff. Hingegen mild und tolerant gegenüber Lesen von im Sozialismus unerwünschter Literatur, wie Karl May, Hans Dominik, Franz Donat; Konsum von elektronischen Westmedien und Studium nebst Durchführung kreuzgefährlicher Chemie- und Physikexperimente. Kreativ beim Hintertreiben des Ansehens nicht jugendfreier Filmen von Ronald. Kann außer Tütensuppen kein einziges Gericht selbst zubereiten, spielt aber beim nervigen Töpfekieken in der heimatlichen Küche gegenüber Ronald den schulmeisternden Fünfsternekoch.
Spielt gern Inquisitor und steht als freiwilliger Horch- und Wachtposten hinter Gardinen. Ansonsten materiell und kulturell völlig anspruchslos und genügsam – was er selbst nicht braucht, braucht die Familie auch nicht!


DIE NEBENFIGUREN

Corinna:
Schulkameradin von Ronald. Mag und verführt ihn im Ferienlager. Für Ronald ist es das erste Mal; darf aber zweimal und gleich mit Oralsex.

Didi:
Doktor der Ingenierwissenschaften. Raubkopist und Pornobilderproduzent.

Fremder Mann:
Bringt Ronald nach Schulweg-Schlägerei nach Hause und verteidigt ihn gegen Vaters Verdächtigung, vier ältere Schüler zur Notwehr gegen ihn gezwungen zu haben.

Frieda:
Vermieterin und Dackelhalterin (Johannes). Allwissende, alles könnende und grenzenlos neugierige, dumme alte Wachtel. Fernsehfilm-kommentierende und familienkritische allabendliche Besucherin bei Ronalds Eltern. Ehefrau und Zuchtmeisterin von Johannes. Kein Beruf, aber faul wie die Pest, hat nach eigener Aussage im Leben noch keine drei Paar Schuhe geputzt. Kontrolliert ihren Dackel auf Schritt und Tritt. Begutachtet seine Arbeit und erteilt die Abnahmegenehmigungen.

Gespenster:
Sammelbegriff für infernalisches Studenten-Sixpack. Mitglieder führen zweiteilige und siebensilbige jambäische Alias-Namen, die immer auf ‘eis’ enden und haben sich durch mindestens eine außergewöhnliche, singuläre und nie dagewesene Ruhmestat in diesen erlauchten Kreis eingeführt. Für den normalen Trunkenbold und Fetenbruder unerreichbare Gilde, in einschlägigen Kreisen so begehrt wie wie im Mittelalter die Mitgliedschaft im Orden zum Goldenen Vlies. Barg jedoch das Risiko, von Lemmi aufgespürt und für die Heldentat geext zu werden.

Großmutter:

Ausgezeichnete Köchin, bremst Großvater zuweilen im kreativen Überschwang; z.B. bei Einführung der hochmodischen Unterhosen-Hosenträger bei Ronald. Mag Westfernsehen, besonders samstägliche Musiksendungen, notfalls auch mit langhaarigen fremdsprachigen Interpreten.

Hansi:
Schulkamerad von Ronald. Jagdscheinbesitzender NVA-Offiziersbewerber und Boykotteur schmierenkomödiantischer Theaterstücke.

Johannes:
Vermieter. Ehemaliger Lehrer. Ehemann und Dackel von Frieda. Muß auf Befehl von Frieda häusliche Aufklärungsdienste leisten und Anweisungen zur künftigen Abwesenheit unerwünschter Personen weitergeben. Hat früher nach Rückkehr von der Schule Wäsche gewachen, Geschirr gespült, Schuhe und Fenster geputzt, aufgeräumt, …

Josef Schwejk:
Gutmütige, lustige und stets durstige Figur und Namensgeber aus dem weltberühmten Roman von Jaroslaw Hasek, der unglaubliche Abenteuer in der Endzeit und Agonie der k.u.k.-Monarchie erlebt. Nimmt menschliche Schwächen, Paragraphenreiterei, behördliche Dummheit, Unfähigkeit und vieles mehr auf wundervolle, ironische Art ‘auf die Schippe’. Weiß zu jeder Gelegenheit und zu jedem Vorfall mindestens ein drastisches Beispiel, das er meist zum passenden Exempel zum Besten gibt. Obwohl nicht explizit erwähnt, ist er ein unausgesprochenes Vorbild für Ronald und so manche der im “Lotterbett” beschriebenen Charaktere. Gleiches betrifft so manch andere schräge Protagonisten, wie die Feldkuraten Pater Lacina und Otto Katz, Oberleutnant Lukasch, die Obristen Kraus und Schröder, den blöden Leutnant Dub, Kadetten Biegler, den Gendarmeriewachtmeister nebst Postenführer usw usf.

Karin:
Wahnsinnsweib! Brünett, blaue Augen. Oberweite XXL. Sexvorlieben wie Nina.

Katrin:
Sexbombe mit Oberweite XXL++ und Vorliebe für zwei Männer gleichzeitig. Liebt dabei Oberkörpermassage und diverse Zungenspiele.

Klassenlehrerin:
Hundertfünfzigprozentige Genossin unbekannten Namens. Gibt Ronald eine Vier im Betragen, worauf dieser vom Vater den Hosenboden stramm gezogen bekommt. Haßt Karl May, Hans Dominik und amerikanische Mondlandungen. Verurteilt Hollywoodfilme im DDR-Kino. Zufrieden über Wachsamkeit der kulturverantwortlichen Genossen gegenüber Karl-May-Filmen. Völlig westfernsehabstinent. Sieht den Klassenfeind überall, besonders in Kinosälen und Bücherschränken.

Klassenlehrerin Penne:
Heißt Frau Müller. Ist sich anbiedernden, schleimigen Typen gegenüber aufgeschlossene Lehrperson. Schätzt daher Thomas. Aus selbigen Grund mit Ronald, Kalle und Hansi verkracht. Präferiert schmierenkomödiantische, kollektiv boykottierte Theaterstücke.

Kongo-Müller:
SED-Parteileitungsmitglied und Luftwaffenleutnant der NVA in stiller Reserve. Kann saufen wie ein Loch. Liebt preußische Märsche, alte Fahrtenlieder und wohnt mit je einem Schwarzafrikaner, Algerier und mongolischen Studenten unter einem Dach. Wird unfreiwillig Zeuge des Westberlin-Recorder-Attentats und eines hochinteressanten Disputes seiner ausländischen Kommilitonen.

Lemmi:
Ein Exorzist! Gespenster austreibender und Neue-Besen-kehren-gut-Studentendirektor. Gerüchteweise wegen übler Vergehen strafversetzt, daher rattenscharf auf Exempelstatuierung. Zwar immer durstig und sogar mit roter Nase gekennzeichnet, aber trotzdem natürlicher Intimfeind von Ronald, Emil und Willi dem Werwolf.

Leutnant:
Ebenfalls Ronald mit Vornamen. Alter unbekannt. Kommt anfangs mit Ronald gut zurecht, bekommt aber zunehmend Minderwertigkeitskomplexe. Hat Tagedrücken und bereut seine Berufsentscheidung. Verdächtigt Ronald der Sabotage und zeigt ihn beim Major an. Verspricht Ronald die Erledigung seiner Immatrikulationsarbeit, hält seine Zusage nicht ein. Ist danach beim Kompaniechef unten durch und wird von Ronald offen ignoriert.

Major:
Luftwaffen-Kompaniechef von Ronald. Alter und Name unbekannt, aber noch relativ jung. Mag Ronald im allgemeinen, verdächtigt ihn aber aufgrund einer Anzeige des Leutnants der Sabotage und erwägt, ihn dem Militärstaatsanwalt oder der Stasi zuzuführen. Sieht Irrtum ein. Hat Gerechtigkeitsempfinden und revanchiert sich bei Ronald durch dreiwöchigen Sonderurlaub in Luxushotel auf Kosten der NVA. Verdonnert Ronald nach Erfindung von nicht existierenden Flugzeugen zu fünftägigen Arrest bei der Marineinfanterie.

Majoroberst:
Ehemaliger Schüler von Vater. Dessen Smalltalk-Wissenslieferant über das Militär und dort jetzt ein hohes Tier mit dicken Schulterstücken und sogar Sternen darauf. Wahrscheinlich ein im Kommißjargon so genannter Raupenschlepper. Ist nach Aussage von Vater möglicherweise auch ein Oberstmajor, eventuell auch ein Oberfeldleutnant, was aber ohne Bedeutung für Ersteren ist, da dieser ohnehin alles über das Leben und Treiben in- und außerhalb der Kaserne weiß, über allen Dingen steht und daher zweifellos – im Falle einer Mobilisierung – seinen Dienst gleich als General antreten würde.

Mosche:
Saufkumpan im GST-Lager. Spitzname wegen Augenklappe wie Mosche Dajan. Wurde zur Abschlußübung in Sandloch vergessen, weil hackedicht. Immer durstig! Nachwuchs-Monarchist. Mochte Thomas nicht.

Motti:
Lieferant von Deputat-Schnaps (DDR-Kumpeltod). Glaubt nicht, dass Ronald zur öffentlichen Disko verbotene Lieder des Klassenfeindes spielt. Wettet mit ihm und verliert.

Motzke:
Auch Motzke-Figaro genannt. Ein Unhold mit vollgefressener Wampe! Origineller, von Johannes und Frieda empfohlender Haarkünstler mit gleitmittelgetränkter Stimme. Entgeht nur knapp dem Stahlkappenschuh-Racheattentat von Matthias.

Nina:

Blonde Sexbombe mit Oberweite XXL. Bildhübsch! Liebt guten harten Sex mit Oralkomponente, zuweilen auch von und mit Karin, Tommi und Ronald. Auch mit Johnny.

Onkel Tom:
Mildtätiger, an gesetzliche Schließungszeiten ungebundener Verkäufer von Bier, Wein, Schnaps und Zigaretten mit eigenwilliger Transportlogistik und ungewöhnlichen Beifahrern. Vermutlich Zuhälter und dies ohne Genehmigung durch die örtliche Stasiabteilung. Wurde auch als nebenberuflicher Bordellbetreiber und Zuführer von Nutten und leichter Mädchen in seiner Hütte verdächtigt, was aber nie bewiesen werden konnte. Gilt als Erfinder der bindfadengebundenen, stromlosen Klingel und des manuellen Schnapsliftes.

Polizisten:
Von Ronald aufgrund Messerstecherei bei Rolf gerufen. Verständnisvoll für Ronalds Situation, konnten aber auch nicht helfen.

Rolf:
Arbeitsscheues, immer durstiges Individuum und Messerstecher. Einmal von Ronald besucht und dann nie wieder.

Rumpelheinzchen:
Angeblich gleichgeschlechtlicher Sexpartner eines literarisch gebildeten, ohne Auspuff fahrenden Mopedrockers.

Schleiferheini:
Heimlicher Spitzname des GST-Hundertschaftskommandeurs. Alter kasernierter Vopo und ehemaliger NVA-Tagesack. Alter, Wohnort, Dienstgrad und Beruf unbekannt. Liebhaber diverser EK-Spielchen. Immer durstig! Kommt gut mit Ronald und Kalle zurecht, ignoriert Thomas. Mild und verständnisvoll gegenüber Saufgelagen, ordinären Gesängen und monarchistischen Kundgebungen auf Raucherplatz. Knüppelhart und unbarmherzig bei Empfang von Westradio.

Schulrat:
Lehrerhäuptling. Guter Freund von Vater und Johnny Walker. Lieferant des Rezeptes der legendären Patentbrühe.

Sheriff:
Sogenannter Abschnittsbevollmächtigter, unter der Hand auch Bulle oder Orts-Vopo genannt. Eigentlich Polizist. Bringt Ronald nach Schulweg-Schlägerei nach Hause und verteidigt ihn gegen Vaters Verdächtigung, vier ältere Schüler zur Notwehr gegen ihn gezwungen zu haben. Glaubt beim nie aufgeklärten Unkraut-Ex-Diebstahl in der Schule an das Werk versierter Vollprofis.

Silvia:

Dem DDR-Sozialismus treu ergebene; Gorbatschow, Westfernsehen und Westreisen ablehnende unkritische FDJ-Funktionärin. Glaubt jedes Wort von Sudel-Ede, der Aktuellen Kamera und der Ost-Statistik.

Timmi:
Alter und richtiger Name unbekannt. Ist gerüchteweise kein Mensch. Lang und dürr, säuft ausnahmslos alle und alles unter den Tisch, notfalls auch hintereinander. Ist Erfinder des legendären Entengangs, wurde daher durch Mitgliedschaft im Kreis der Gespenster geeehrt. Von Exorzisten-Lemmi offenbar übersehen!

Wirt:
Im Nachbarort von Altbellin. Unterhält verräucherte Kneipe am Armeestützpunkt und spielt abends vor dessen Insassen Tonaufnahmen vom Westfernsehen, vorzugsweise der ZDF-Hitparade ab. Besitzt ziemlich vollständige Sammlung der Werke.


DIE (MEISTEN) RANDFIGUREN

Angela:
Studentin. Kann ohne jedes Hilfsmittel fliegen, insbesondere im Vollsuff.

Apotheker:

Lieferant aller möglicher Wundermittel und Indegredenzien, mit denen Ronald und Dieter sich wissenschaftlich weiterbilden.

Attila:
Mongole. Wird auch König Etzel oder Dschinghis Khan genannt. Spitzname, weil richtiger Name nicht zu merken. Zimmergenosse von Kongo-Müller und Benny. Kann Karate und wird zu Unrecht des Westberlin-Recorder-Attentats verdächtigt. Abstinent, trotzdem beliebt.

Benny:
Angeblich Westberlinhafennuttenpuffbesuchender Zimmergenosse im Studentenwohnheim. Wohnt in der Bude von Kongo-Müller, Ali alias Achmed und Attila alias König Etzel alias Dschinghis Khan. Schwarzafrikaner. Versucht laut Bericht vom besoffenen Kongo-Müller die Wahrheit über Westberlin-Recorder-Attentat herauszufinden, verdächtigt Attila dieser sinistren Tat und droht diesem Selbstjustiz an. Wäre nach unbestätigten Vermutungen fast als Ostpaket über die Mauer geworfen worden.

Eddi:

Achtzehnjähriger, schrankbreiter Träger von Fremdenlegionärsjacken, Blue Jeans und Wehrmachtsstiefeln. Sorgt gegen Mitternacht für law and order im Sudhaus. Dicker Kumpel von Klaus, dem als “Ungehobelten Klotz bekannten Brennholzlieferanten.

Catweazle:

Mittelalterliches Fotomodell aus dem Westfernsehen. Als Paßbild bei Ronald und Dieter erhältlich. Ist heiß begehrt, daher nur auf Vorbestellung.

Charlie:
Unfreiwiller Sparringspartner von Ronald und Dieters Experimenten. Volldepp und Gerüchtemultiplikator. Wirft auf Anraten von Ronald und Dieter riesigen Knallfrosch in Fritz’ Geflügelfarm.

Christian:
Saufkumpan im GST-Lager. Versteht sich gut mit Ronald und Kalle. Zuchtmeister von Thomas. Immer durstig.

Emil:
Wie Tommi. Entwickelte im Suff unerwartete Qualitäten als Losungsmaler an Wänden, daher durch Mitgliedschaft im Kreis der Gespenster geeehrt. Von Lemmi aufgespürt geext.

Frankensteins Monster:

Älteres Fotomodell aus dem Westfernsehen. Als Paßbild bei Ronald und Dieter erhältlich. Ist heiß begehrt, daher nur auf Vorbestellung.

Fritz:
Geflügelfarm-Besitzer in Spießdorf. Wirft mit Mistgabel nach Ronald und Dieter und kann diese daraufhin nicht mehr wegen des vorangegangenen Hühner-Knallfrosch-Attentats von Charlie polizeilich verklagen.

Generaldirektor:
Vorgänger und Möbellieferant von Ronald und Dieter im Bergwerk.

Günter:

Hausmeister im Studentenwohnheim. Erklärter Krachmaschinen-Allergiker und Katzenmusik-Banause. Wird Opfer der von Ronald erfundenen Schmidt-Ficker-Schaltung.

Gerald:

Diskotheker, schafft gemeinsam mit Ronald im Studentenwohnheim. Benötigt einen Kasten Bier pro Veranstaltung als Betriebsstoff.

Hartmut B.:
Lehrerkollege von Vater. SED-Parteisekretär, Hans-Dominik- und Karl-May-Fan. Während Johannes’ Aufklärungsbesuch von diesem als unsympathisch eingeschätzt und somit zur persona non grata erklärt.

Horst:

Dick und immer gern besoffen. Liegt nächtelang rattendicht neben Kellertoiletten. Pinkelt nachts aus Fenster bei ärztlichem Wiederbelebungsversuch einer bruchgelandeten Flugschülerin.

Johnny:
Alter unbekannt, vermutlich wie Ronald. Bestätigtem Voyeurbericht zufolge mit sagenhaftem Geschlechtsorgan ausgestattet. Nimmt gern an flotten Dreiern teil.

Johnny Walker:

Flaschengeist. Guter Freund vom Schulrat. West-Verwandter vom Blauen Würger und dem Kumpeltod.

Käpt’n Kirk:

Fotomodell aus dem Westfernsehen. Gemeinsam mit Mr. Spock und Scotty als Tischbild bei Ronald und Dieter erhältlich. Auf Wunsch auch als Wandposter oder auch Passbild.

Klaus:
Offenbar Vorbild vom Terminator. Vierschrötiger Kellner unbekannten Alters mit Hang zu law-and-order im Sudhaus. Dort auch als “Der Ungehobelte Klotz” bekannt, weil so im Polizeibericht erwähnt. Initiator der preiswerten Brennholzversorgung durch Zerlegung von Tischen und Stühlen bei Kneipenschlägereien, daher auch bester Freund des örtlichen Tischlergewerbes.

Knalli:
Major auf der Kabina. Unter der Hand auch Knallmann, zuweilen auch Knallkopf genannt. Verdirbt das gute Unkraut-Ex fässerweise und wird von Petrus schikaniert.

Kumpeltod:
Landsmann vom Blauen Würger und ebenfalls weitläufiger Ost-Verwandter von Johnny Walker, Remy Martin & Co. Deputatschnaps für ostdeutsche Bergarbeiter. Wahrscheinlich das enfant terrible in der Schnapsfamilie. Wird rucksack- und kastenweise von Motti ins Studentenwohnheim verbracht.

Petrus.
Himmlischer Regenwächter. Schikaniert Major Knallmann und wird vermutlich auf dessen Intervention vom Oberboß zurückgepfiffen.

Pichelmatti:
Auch Pichi genannt. Alter unbekannt. Kann ganze Bierkästen am Stück, ohne aufzustehen, vertilgen.

Reiner:
Offensichtlich nicht immer sehr heller Rüpel. Wirft brennendes Bengalfeuer auf Schulfußboden, was ihn zwar auch nicht erleuchtet, aber zum Austausch des Parketts führt.

Soldat:

Namentlich ungenannter Unterstellter von Ronald als Unteroffizier. Mathematiklehrer. Hilft ihm bei der ad hoc-Vorbereitung seiner Immatrikulationsarbeit. Bekommt große Flasche Schnaps als Lohn.

Tommi:

Zimmergenosse von Ronald. Immer durstig und liebesbereit. Mag flotte Dreier und Vierer.

Willi:

Verkappter Kannibale. Auch Willi der Werwolf genannt. Mitglied im Gespensterklub. Katzenmusikant. Geext von Lemmi.


DIE ORTE, ZEITEN UND WICHTIGE OBJEKTE DES GESCHEHENS

11.11.:
Wichtigster Tag im Studentenleben. Absolute Pflichtveranstaltung mit Verkleidung und Trinkzwang. Wurde zumeist von der Timmsbande als Elferrat ausgestaltet. Kuß- und Sexfreiheit.

Absteige:
Einer der zwei Schlafräume vom Zimmer 235. Schauplatz ungezählter Liebesakte, von vorn, von hinten, oben und unten, mit der Zunge, dem Mund … Gern zu zweit oder auch mit mehreren Beteiligten. Leider keine fotografische oder filmische Dokumentationen erhalten geblieben.

Beatbilder:
Frühe Raubkopien von Abbildungen kapitalistischer Gesangesgruppen oder Einzelinterpreten. Produziert und vertrieben von Ronald und Dieter. Gegen fetten Aufpreis auch in Farbe erhältlich. Derivate auch als Tischfoto imperialistischer Weltraumabenteurer aus dem Jahr 2200 oder als Paßbilder abschreckender Wichte im Handel.

Bengalfeuer:

Jedes Ostsilvesterfeuerwerk locker übertreffendes Wunderwaffenderivat (siehe auch unter Unkraut-Ex). Zeitweilige Geheimmischung! Entwickelte überraschenderweise parkettzerstörende Wirkung. Erfunden von Ronald und optimiert von Dieter. Überstrahlte selbst im Sommer die Sonne und produzierte atompilzgleiche Wolken über Baumwipfeln. Nach den großen Ferien Aufhebung der Geheimhaltungsstufe. Sorgte danach für Totalausverkauf synthetischer Klebstoffe in Papierläden.

Bergwerk:
Experimentier- und Testfeld für Ronald und Dieter. Wurde mittlerweilen gesprengt. Hätten sie notfalls auch selbst hinbekommen.

Brettl:
siehe auch unter “Dein Zuhaus'”

Brüllmaschine:
Auch ‘Krachmaschine’ genannt. Im Studentenwohnheim ein stehender Begriff für ein Ost-Magnettonbandgerät vom Typ B100 Tesla. Gehörte zu Brennoli wie der Colt zu John Wayne und war mit etwa drei Dutzend ORWO-Bandspulen ausgerüstet. Mit Musik von Heino bis zu AC/DC. Konnte so ziemlich jeden Geschmack bedienen und im (nie eingetretenen) Fall des Falles bis zu drei Wochen Musik ohne Wiederholung eines Titels liefern, glücklicherweise fast nur mit Westliedern. Wichtigstes Utensil bei der Disko und anderen tageslicht-abstinenter Feiern. Entfaltete in Verbindung mit dem 500-Watt-Disko-Sinusverstärker ungeahnte Radaukulissen. Zuweilen auch bis weit nach Mitternacht und als Schmusekulisse bei gemeinsamen Liebesspielen im Zimmer 235 oder anderen Etablissiments im Betrieb.

CAF/CAM:
“Computer-Aided-Flam/Computer-Aided-Manipulation”.
Wortschöpfung von Ronald; Sammelbegriff für rechnergestützte Schönfärber- und Bonzen-Taschen-Vollhau-Software zu Ostzeiten. Im DDR-Berichtswesen als Gattung auf allen Ebenen dominant verbreitet; gerüchteweise in rezessiver Form auch im heutigen Deutschland. Enthielt versteckte Module wie BETRUG.PRG; BESCHISS.FRM oder LUEGE.MEM.

Deutschlandlied:
In der DDR durch die SED-Obrigkeit – neben dem Text der eigenen Nationalhymne – als höchst unerwünscht deklariertes und auf den Index gesetztes Werk. Wurde trotzdem in den Siebzigern kurz vor Mitternacht im Rundfunk des Klassenfeindes im “Brettl” gespielt und dort zumeist auch gesanglich begleitet. Gerüchteweise sogar vom Orts-Vopo.

Disko:
Höhepunkt im Studentenleben, Pflichtveranstaltung aller vier Wochen. Ließ den Bier- und Schnapsumsatz der nahegelegenen Konsum-Kaufhalle sprunghaft ansteigen. Am Leben gehalten von den Diskothekern Ronald und Gerald. Musik von Heino (trotz Verbot), den Drei Besoffskis, der NDW bis zu AC/DC. Ostmusik unerwünscht! Fiel niemals aus, selbst bei zeitweiliger Volltrunkenheit der Veranstalter! Erfolgte trotz verordneter Staats- und aufrichtiger regionaler Trauer am 11.11.1982 (Breschnew gestorben, Schnaps bei Onkel Tom ausverkauft). Stand möglicherweise signifikant mit erhöhten Geburtsraten in Studentenkreisen in Verbindung.

Einkaufstasche:
Von Ronald und Dieter randvoll mit Schießbaumwolle gefüllte und mittels riesiger Pulverschleppe im Bergwerk gezündetes Transportbehältnis.

Elektrisches Scheißhaus:
Hypothetische, von Ronald und Dieter zu Belustigungseffekten konzipierte, aber nie verwirklichte Bedürfnisanstalt. Erforderte recht kompliziertes Equipment, wie Funkeninduktoren, metallfolienbesetzte Gurkengläser und Teslatransformatoren. Weitläufiger Verwandter des elektrischen Stuhles.

Entengang:

Dünnpfiff im Laufen. Bisher nur einmal praktisch erprobt, von Timmi, der daraufhin durch Mitgliedschaft im studentischen Gespensterklub geehrt wurde. Trug zur allgemeinen Belustigung der Trunkenbolde, jedoch erheblicher Reizung des Geruchssinn und Verlust des Mageninhaltes bei. Von Kongo-Müller mit Kreide markiert und fotografisch dokumentiert. Bilder in den Wirren der Wende leider verlorengegangen.

Geheimtinte:

Ostfüllfederhalterzerfressende, spickzetteloptimierte Tinte mit dynamischer Einsatzfähigkeit. Seinerzeit heiß begehrte Bückware und Tauschobjekt. Sehr teuer, da im alleinigen Herstellungs- und Vertriebsmonopol von Dieter und Ronald!

Gruppensex:

Zuweilen von den Protagonisten des vorliegenden Werkes praktizierte, hochgeschätzte Abwechlung. Auch Rudelbums genannt. Fand gerne in den Zimmern 235, 408 und 503 statt. Meist im erstgenannten. Wurde gern in Verbindung mit dem sog. Tittenfick und Oralsex vorgenommen. Zeitweilig ruhestörend und im Zimmer 408 und 503 zuweilen auch von im Zimmer 235 wohnhaften Spannern beobachtet und in letzterem ausgewertet. Leider auch hier keine fotografische oder filmische Dokumentation vorhanden.

Gummifuffziger:
Umgangssprachliche Bezeichnung für Kondome. Wird hier jedoch nur zum Radaumachen verwendet. Hatten durchschlagende und einmal auch ungeahnte, schmerzhafte Nebeneffekte für Ronald.

Günter-Schulze-Ärger-Maschine:
Gegen Studenten-Hausmeister konzipierte, automatisierte Erschreckungs- und Lärm-Erhaltungseinrichtung. Sozusagen eine Krach-Selbsterhaltung. Basierte auf dem Prinzip der ‘Schmidt-Ficker-Schaltung’ in Verbindung mit der Brüllmaschine. Erfunden von Ronald.

Hühnerfarm:
Ort des Knallfrosch-Experimentes von Deppen-Charlie, der auf Anraten von Ronald und Dieter ein riesiges Exemplar unter die herangelockten Bewohner wirft. Im Ergebnis fliegen die Federn und Fetzen; Ronald und Dieter machen sich vor Lachen fast in die Hosen und Bauer Fritz, der Besitzer des Hühnerhofs, versucht mit einer riesigen Mistgabel seine jetzt offenbar geistig gestörten Eierlieferanten zu rächen.

Kakodyl:
Jeden Skunk neidisch machendes Erbschaftspulver-Derivat mit höllischer Wirkung auf Geruchssinn und Umwelt. Herstellung wurde von Ronald und Dieter konzeptionell erwogen, jedoch aufgrund von Beschaffungsschwierigkeiten des entscheidenden Ausgangsstoffes nicht praktisch umgesetzt.

Knallfrosch:
Von Ronald und Dieter erfundenes, von Charlie getestetes und im freien Handel nicht erhältliches multiples Knall- Feuer- und Rauchaggregat. War ausgezeichnet zur Geflügelfarm-Konfusion geeignet und veranlaßte Fritz zur Mistgabel-Weitwurf-Racheattacke gegen Charlie.

Knallfunkensender:
Von Roland mittels selbstgewickelter Induktorspule, alten Einmachgläsern nebst Alufolie und modifizierter Haustürklingel gebasteltes Rundfunk- und Fernsehstörgerät.

Knallkasten:
Kneipe in Gluckhausen. Stammplatz und Lebensmittelpunkt der örtlichen Studentenschaft und gerüchteweise auch Hauptwohnsitz von Ronald. In der Nähe von Onkel Tom gelegen.

Knallsilber:
Aus runden metallenen Hindenburgportraits hergestelltes, graues, kristallines Zeug. Bloß Finger weg! – sonst wirklich weg!

Dein Zuhaus’:
Auch ‘Brettl’ genannt. Gemütliche, billige Kneipe. Ungezwungener und fröhlicher Treffpunkt der immer durstigen Halbstarken. Samstägliche Tankstelle auf dem Weg zum ‘Sudhaus’. Für einige Anwesende der Lebensmittelpunkt. Deutsche Einheit seit den siebziger Jahren vorweggenommen. Leider seit vielen Jahren geschlossen und mittlerweile abgerissen. War zur finalen Schließung fünf Tage durchgehend geöffnet. Leider ohne Ronald, Kalle und Dieter. Gerüchteweise sollen einige suffgestählte Kerle über diese Tage Urlaub von der Arbeit und ihrer Alten genommen und während dieser Zeit ununterbrochen vor Ort gezecht und auch gleich am Tisch geschlafen haben!

Oralverkehr:

Von den Protagonisten des vorliegenden Werkes geschätzt und geliebt. Zuweilen im Trio oder auch schon mal im Quartett praktiziert.

Patentbrühe:

Gerüchteweise aus zehn verschiedenen Ausgangsstoffen zubereitete und vermeintlich hochkomplizierte Chemikalie. Konnte Unkraut-Ex mit Zucker ohne weiteres entzünden und war auch sonst zu allerhand Allotria zu gebrauchen. Hatte Antipathie gegen Hosentaschen. Aus Volksbildungsfunktionärskreisen an Ronald weitergegebene Rezeptur. Sonst nur Dieter bekannt. Sehr teuer, da im alleinigen Vertriebsmonopol von Dieter und Ronald.

Rudelbums:
Siehe auch unter Gruppensex.

Saufgelage:

Internationale und -kulturelle Semi-Pflichtveranstaltung im Studentenwohnheim. Besonders im Zimmer 235 geschätzt und beliebt, da dort in hoher Veranstaltungsfrequenz und und mit immer neuen, zum Teil singulären Belustigungseffekten. Endete zuweilen im Rudelbums. Von einigen Zeitgenossen auch als Bezeichnung für die Disko verwendet. Ferner Normalbeschäftigung im Brettl, Knallkasten, GST-Lager, Stadtpark von Spießdorf, Sudhaus und NVA-Luftwaffenkasernen.

Schießbaumwolle:

In Jules Vernes Mondkanone verwendetes Autoputzwattenderivat. Von Ronald und Dieter einkaufstaschenweise hergestellt und mit durchschlagendem Erfolg im Bergwerk ausprobiert.

Schlägerei:

Im Sudhaus praktizierte und allgemein akzeptierte Klärung von diversen Meinungsverschiedenheiten. Trug zur allgemeinen Erheiterung bei und löste zuweilen auch Engpässe bei der örtlichen Brennholzversorgung. Beginn diente unbestätigten Gerüchten zufolge auch als örtlicher Ersatz für das mitternächtliche Zeitzeichen.

Sperrmüllplatz:

Unerschöpfliche Versorgungsquelle und Fundgrube für Ronald und Dieter. Lieferte vorzugsweise Bücher, nostalgische Lampen, Radiobauteile und diverse Ausgangsstoffe für hochinteressante chemische und physikalische Experimente.

Sudhaus:
Eigentlich ein besseres Hotel. Außer am Samstagabend zur Austragung der wöchentlichen Tanzveranstaltung. Schauplatz vieler filmreifer Schlägereien und damit verbundener spontaner Verkaufsveranstaltungen von hierzu genutzten Zaunslatten. Gerüchteweise auch Produktionsort billigen Brennholzes in Form zerlegten Möbelinventars. Gelegentlich auch Schauplatz von spontanen Gladiatorenkämpfen mit Netzen, Stühlen und Tischbeinen. Als Lanista zeichnete sich hier zumeist Kellner Klaus verantwortlich..

Unkraut-Ex:
Sagenhafte Wunderwaffe, die möglicherweise aus Unkenntnis des OKW seinerzeit nicht zum Einsatz kam. Heutzutage nicht mehr frei erhältliches Unkrautvertilgungsmittel. Machte in dieser Form ausnahmslos alles Grünzeug platt (Vermutung wegen Wunderwaffe daher nicht abwegig). Optimiert nutzbar in Verbindung mit Zucker und der legendären Patentbrühe. Wurde in Spießdorf eimerweise in Drogerien gekauft, fässerweise aus Schulkellern gestohlen oder in Schulranzen der Verwendung zugeführt. Nur von Major Knallkopf in seiner namentlichen Bestimmung zugeführt, bewährte sich auch hier als subversive Wunderwaffe; diesmal recht erfolgreich gegen Ost-Radartechnik.

Wackelfotze:
Sammelbegriff für russischen Radar-Höhenfinder in der DDR-NVA. Langjährige Wirkungsstätte von Ronald. Diente zuweilen als Lagerstätte für größere Alkoholvorräte und Treffpunkt illegal organisierter Saufgelage. Zumindest unter Ägide des Stationsleiters Ronald.

Zelluloid:
Rohstoff für exorbitant umweltverschmutzende und zimmerverpestende Qualm-Aggregate oder unfreiwillige Flammenwerfer. Wäre angeblich auch als Material für Uhrgläser, Kämme und Filme
verwendbar gewesen. Seinerzeit säckeweise von Dieter und Ronald verarbeitet. Heutzutage fast nicht mehr erhältlich, außer als Material für Tischtennisbälle und sagenhaft teure Luxusschreibgeräte.

Zimmer 235:
Berühmt-berüchtigte und legendenumwobene Studentenbude in Gluckhausen. Allgemein bekannt als Stätte fröhlichen Studentenlebens, alkoholischen Exzessen und geschlechtlichen Ausschweifungen (Rudelbums). Asyl für finanziell abgebrannte, zwielichtige Studenten-Existenzen. Enthielt als Nebenraum die Absteige und diente als Konzentrierungsraum für die Disko-Hard- und Software (Brüllmaschine + Magnetbänder).
Ohne Kommentar: Witze und Spaß aus allen möglichen und unmöglichen Lebensbereichen. Einfach nur lesen und lachen!


Diese Erzählung von Mark Twain über die Freuden des Wahlkampfes ist schon weit über hundert Jahre alt, entbehrt aber unverändert und keinesfalls einer gewissen Aktualität.
Ähnlichkeiten mit heutigen Personen und Ereignissen sind, sofern sie denn bestehen sollten, reiner Zufall.
Die Rechtschreibung entspricht der seinerzeitigen Erstveröffentlichung. Gendersternchen, sprachliche ‘Weichspülungen’ und ähnliche Textentstellungen wird man hier vergebens suchen.
Quelle: www.youtube.de