Der Pfaffenspiegel und eine mögliche Quelle – Die Erstausgabe

Drei durchaus bibliophile Raritäten
Einige durchaus bibliophile Rarität: ein Faksimile der höchst seltenen und unzensierten Erstausgabe des hochinteressanten, nicht nur in Deutschland im Laufe der Zeit vielfach auf den Index gesetzten, ungeachtet dessen in Millionenhöhe erschienen und immer wieder neu aufgelegten und auch heute noch heute sehr umstrittenen “Pfaffenspiegels” von Otto von Corvin aus dem Jahre 1845. Viele der damaligen Aussagen mögen auch in der heutige Zeit noch zutreffen. Möge sich der geneigte und kritische Leser seine eigene Meinung und Wertung bilden!
Ferner war Corvin Mitautor verschiedener umfangreicher und populär geschriebener weltgeschichtlicher Bücher, von denen auf dieser Website einige Faksimiles einsehbar sind.

Der Autor hatte einen durchaus bewegten Lebensweg: neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit war er u.a. aktiver Revolutionär und General in der badischen Revolution von 1848. Nach mehrjähriger Festungshaft arbeitete er als Reporter und Korrespondent verschiedener deutscher und ausländischer Zeitungen, so z.B. für die Londoner “Times”.

Eine Quelle, die Corvin möglicherweise für sein Hauptwerk genutzt hat, ist die hier ebenfalls faksimilierte “Zum Himmel schreiende Geschichte der hl. Päpste” des Schweizer Autors Franz S. Ammann” aus dem Jahre 1843. Zumindest weisen verblüffende Ähnlichkeiten einiger Textpassagen auf diesen Umstand hin. Näheres ist uns allerdings derzeit nicht bekannt.
Ein späteres, sehr schön und kurzweilig zu lesen ist die im Jahre 1877 in der Schweiz erschienene “Goldene Legende”, die die Thematik des “Pfaffenspiegel” aufgreift und im weitaus größerem Rahmen, ausgeschmückt mit vielen Einzelheiten, dem geneigten Leser zur Kenntnis gibt.

Auch dieses außerordentlich seltene und kaum bekannte Werk soll ausschließlich als kulturhistorische Quelle aufgezeigt und ohne jede Wertung dargestellt sein.

Bei dieser Gelegenheit: selbstverständlich gab es auch nicht zu knapp Streitschriften gegen die Reformation und den Protestantismus. Eines dieser hier anonym verfaßten Werke ist faksimiliert einsehbar: es stammt interessanterweise aus der Schweizer Wirkungsstätte von Calvin und erhebt nach einer Dedizierung an den katholischen König von Sardinien den Anspruch, den Leser auf den rechten Pfad der allein selig machenden Kirche zu führen…