Erinnerungen an Otfried Blumenstein

Zur Erinnerung an unseren Ehrenbürger Otfried Blumenstein (1920 – 2018)
Zur freundlichen Beachtung: Die Qualität der hier reproduzierten Dokumente entspricht aufgrund ihres Alters und Erhaltungszustand nicht immer den heute üblichen Ansprüchen. Im Interesse der Wahrung der historischen Authentizität wurde aber auf eine Übertragung in heutige Schrift und Darstellung verzichtet.
Otfried Blumenstein war mit ganzem Herzen und mit Leib und Seele Lehrer.

Mit welcher Akribie und welchem Engagement er sich diesem Beruf verschrieben hatte, mag das nachstehend reproduzierte Vorbereitungsbuch für seinen Unterricht dienen, welches glücklicherweise der Nachwelt erhalten geblieben ist. Es ist zu vermuten, daß dieses Exemplar das erste ist, welches er in seiner Tätigkeit als Neulehrer in Ruhla, unmittelbar nach Kriegsende angefertigt hat.

Auch heute sind seine Ausführungen sehr interessant zu lesen, sind lehrreich, regen zum Nachdenken an und vermögen eine Vorstellung vermitteln, mit wieviel Wissengebieten er sich beschäftigte, um seinen Schülern Kenntnisse über die Natur- und Geisteswissenschaften zu vermitteln. Selbstverständlich hat er auch seine späteren ‘Spezialfächer’ Sport und Geographie unterrichtet, aber auch solche Fertigkeiten wie Singen und auch Werken behandelt und das zuweilen simultan in heute geradezu unvorstellbaren Klassengrößen (über 50 Schüler!) und gemischten Altersstufen.

Wir alle, die das Glück hatten, zu seinen Schülern zu zählen, sollten uns dankbar an diese Zeit mit ihm erinnern und auch nicht vergessen, welch schwere Zeit er in den Jahren des 2. Weltkrieges an verschiedensten Fronten erleben und durchmachen mußte!
Zur Erinnerung an unseren Ehrenbürger Otfried Blumenstein (1920 – 2018), der hier viele Jahrzehnte als Sport- und Geographielehrer tätig war.
Auch dem Wirken der Sportler Ruhlas und der Entwicklung und Pflege des Sportes in unserer Heimatstadt soll hier gedacht werden: welches an separater Stelle in der Sportchronik Ruhla dokumentiert ist.
Im Interesse der Authentizität haben wir die Texte in Faksimile wiedergegeben. Etwaige Flecke auf dem Papier, schwer lesbare Stellen oder nicht kaschierte Risse in den Seiten bitten wir, uns nachzusehen.
Sportliche Anerkennungen und Urkunden der damaligen Theo-Neubauer-Schule
Von ihm im Laufe vieler Jahrzehnte erworbene sportliche Auszeichnungen
Sein Vermächtnis
Vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Ukraine-Konfliktes und vielen weiteren, weltweiten Auseinandersetzungen ist es unverändert aktuell wie damals!
Otfried Blumensteins Erinnerungen an seine Erlebnisse in der Wehrmacht und dem 2. Weltkrieg
Mit Bildern, selbstgezeichneten Karten sowie einer Widmung an seinen Kommandeur, General Erwin Rommel.

Otfried Blumenstein war, politisch gesehen, so gut es ihm möglich war, indifferent und er hatte sich auch keiner Parteidoktrin angepaßt (auch der nicht, die nach eigenem Bekunden ‚… immer recht‘ hatte), was auch heute noch, außerordentlichen Respekt abnötigen sollte.

Otfried Blumenstein hat unmittelbar nach zwei Jahren aktiver Dienstzeit in Friedenszeiten die Jahre des Zweiten Weltkrieges als Wehrmachtssoldat dienen müssen und härteste Entbehrungen und auch Enttäuschungen erleben müssen, von denen wir uns, nach nunmehr über 75 Jahren zeitlichem Abstand, wohl nur sehr schwache Vorstellungen machen können.

Gut ist es, daß in der heutigen Zeit mehr oder weniger offen über die damaligen Verhältnisse und Zustände gesprochen werden kann, ohne wertende Schwarz-Weiß-Malerei oder politische Gesinnungs-Bezichtigung befürchten zu müssen. Es war eben nicht so, daß alle Deutschen in der Wehrmacht Verbrecher und alle Angehörigen der Roten Armee strahlende Gutmenschen und Lichtgestalten waren. Ohne Solidarität und Unterstützung von einfachen russischen Einwohnern hätten er und manche seiner Kameraden, wie er in seinen Erinnerungen schreibt, den Krieg nie überstanden.

Vor diesem Hintergrund ist wohl auch die in Otfrieds Werken und Äußerungen anklingende Wertschätzung seines ehemaligen Kommandeurs, des Generals Rommel, zu sehen. Gleichwohl dessen Rolle während der Zeit des Dritten Reiches auch heute noch nicht ausdiskutiert ist (z.B. die Beteiligung im Rahmen des Attentats vom 20. Juli 1944), kann man es wohl nachvollziehen, daß ein militärisch Untergebener, der wie Otfried, permanent von Krieg und Leid umgeben und ständiger Lebensgefahr ausgesetzt war, einen (auch dem Gegner) korrekt und menschlich zugänglich auftretenden Vorgesetzten, hoch achten und schätzen lernt, zumal wenn dieser im Dienstgrad weit über ihm steht. Das sein Vorgesetzter, im Nachgang betrachtet, zu lange dem falschen Kriegsherrn gedient hat, steht auf einem anderen Blatt. Die weitere Wertung der Geschichte wird es sicherlich zeigen. Eine ausführliche und verständliche Teilbiographie hat u.a. der aus zahlreichen historischen Veröffentlichungen (z.B. ‘ZDF-History’ bekannte Autor Prof. Guido Knopp in seinem Werk “Geheimnisse des Dritten Reichs” dargelegt.

Die auf den hier gezeigten Seiten dargestellten Schriften und Grafiken dienen im übrigen ausschließlich zu Informationszwecken im Sinne einer Berichterstattung des Zeitgeschehens oder der Geschichte – konform mit den Paragraphen 86, speziell Abs. 4 und 86a StGB. Sämtliche Bilder, Texte und Grafiken dürfen nicht entgegen diesem Hinweis Verwendung finden. Nach der so genannten Sozialadäquanz-Klausel in § 86a Absatz 3 i. V. m. § 86 Absatz 4 StGB greift der Tatbestand nicht, wenn die Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient.

Siehe in diesem Zusammenhang auch die auf der Website des Deutschen Bundestages veröffentlichte Schrift: “Das strafbare Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen” – § 86a StGB im Spiegel der Rechtsprechung; Verfasser: Regierungsdirektor Dr. Roman Trips-Hebert, Aktenzeichen: WD 7 – 3010 – 105/21, vom 10.11.2021.

Aus diesem Grunde sei auch die persönliche Widmung, die Otfried Blumenstein, fast 70 Jahre nach Kriegsende, für General Rommel schrieb, hier aufgezeigt. Auch Otfried Blumensteins Vorwort auf Seite 1 (sowie seine Handreichung, quasi ein Vermächtnis, a.a.O.) in seinem nachstehenden Werk mögen für sich selbst sprechen.

In Hochachtung, Ehrfurcht und dankbarer Erinnerung!
Otfried Blumensteins zusammengefaßte Reiseerinnerungen mit ausführlichen Tabellen und selbstgezeichneten Karten
Otfried Blumensteins Leidenschaft galt der Erkundung und Beschreibung der Natur und unserer Erde, ihren Landschaften sowie den einzelnen Staaten und Ländern. Er war ein ausgezeichneter Geograph und mit besonderer Hingabe liebte er die Karten. Problemlos konnte er aus seinem phänomenalen Gedächtnis so gut wie jede Karte an die Tafel zeichnen und alle erdenklichen Einzelheiten, wie Berge, Flüsse, Seen, Städte usw. korrekt eintragen. Wer sich im Erdkundeunterricht mit Karten gut auskannte, dem sah er zuweilen auch manch andere Wissenlücke nach. 😉

Erst im Rentenalter und ganz besonders nach der Wende, konnte er all das, was er bis zu dieser Zeit nur aus Büchern und anderen Beschreibungen kannte, auch wirklich besuchen.
Die unten aufgezeigte Auswahl stellt nur einen kleinen Teil seiner Aufzeichnungen dar. Bewußt wird hier auch auf eine chronologische Auflistung verzichtet. Otfried Blumenstein liebte das Suchen, Lernen und Stöbern in Büchern und auf Karten und insofern denken wir, daß diese, quasi zufällige Darstellung seiner langjährigen und unglaublichen Fleißarbeit, an dieser Stelle in seinem Sinne ist.

Für Ergänzungen und sachdienliche Hinweise sind wir jederzeit dankbar. Die Genehmigung zur Veröffentlichung der Aufzeichnungen liegt uns vor!
Otfried Blumensteins zusammengefaßte Reiseerinnerungen in ausführlichen Beschreibungen, Tabellen und selbstgezeichneten Karten
Eine Auswahl von Otfried Blumensteins selbst gezeichneten Landkarten und Reiseplänen
Hier der Teil IIa, Europareisen vor und nach der politischen Wende
Hier der Teil II c, Ost- und Südosteuropa, Kreuzfahrten und Weltreisen.
Zu Besuch bei ihm zu Hause: Ein wahres Geographie- und Geschichtsmuseum
In der Vergangenheit hat es bekanntlich viele Unklarheiten und Mutmaßungen über das Wetter und die damit verbundenen Erscheinungen gegeben. Hier auch eine kleine historische Kostprobe aus dem Jahre 1941 über den seinerzeit vorherrschenden Aberglauben und ein über einhundert Jahre zuvor erschienenes Werk von 1835 des eher aus dem Bereich der deutschen Volksmärchen bekannten Jacob Grimm – die Otfried Blumenstein sicher gut gefallen hätten.
Erste und letzte Niederschriften der Wetterbeobachtungen.
Insgesamt hat er fast genau 72 Jahre (!) ohne Unterbrechung seine Tätigkeit als “Wetterfrosch” ausgeübt. An dieser Stelle mögen auch seine ersten und auch auch seine letzten, glücklicherweise der Nachwelt erhalten gebliebenen Aufzeichnungen dargestellt werden.
Tabellarische Zusammenfassung und Auswertung der Wetterchronik von Otfried Blumenstein 2007-22 – erstellt und bearbeitet von Gert Götze, Ruhla
Einschätzung der Klimaveränderung von Otfried Blumenstein – aus dem Jahre 2005.
Sein Kampf um den Erhalt des Lebenswerkes (nach der Wende, bis in die höchsten Instanzen) war letztlich erfolgreich!
Hier eine kleine Zusammenstellung des Schriftverkehrs, den Otfried Blumenstein mit diversen staatlichen Stellen – bis zum Bundespräsidenten geführt hat.

Zur freundlichen Beachtung: Die Qualität der hier reproduzierten Dokumente entspricht aufgrund ihres Alters und Erhaltungszustand nicht immer den heute üblichen Ansprüchen. Auch die Erstellung der Dokumente und die Qualität des Ausgangsmaterials ist mit den heute gängigen Verfahren nicht zu vergleichen – hinzu kommen die unvermeidlichen Alterungserscheinungen. Im Interesse der Wahrung der historischen Authentizität wurde aber auf eine Übertragung in heutige Schrift und Darstellung verzichtet.